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BEITRÄGE

Unaufgeregter Realismus

Buchcover

mentis; August 2018

ISBN: 978-3957431301

Der verbreitete zeitgenössische Anti-Realismus in den Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften, in Kulturinstitutionen, in den Feuilletons und den gebildeten Kreisen ist Ausdruck einer intellektuellen Krise. Der Realismus, für den Julian Nida-Rümelin plädiert, stellt sich gegen geistige Verwirrungen, die sich als Begleitphänomene dieser intellektuellen Krise zeigen.
Der in diesem Buch vertretene Realismus ist umfassend (er schließt nicht nur die Natur- und Sozialwissenschaften, sondern auch Ethik und Ästhetik, vor allem aber unsere lebens-weltliche Verständigungspraxis ein), unaufgeregt (er beruht nicht auf einer spezifischen Metaphysik oder Ontologie), epistemisch (er versteht sich als natürliche Interpretation unserer Praxis, Meinungen und Handlungen zu begründen) und pragmatisch (er nimmt seinen Ausgangspunkt in der Lebenspraxis des Alltags). Dennoch fordert er Mainstream-Positionen sowohl der analytischen wie der kontinentalen Philosophie heraus und versteht sich in diesem Sinne als philosophische Streitschrift.

Digitaler Humanismus

Buchcover

Piper; September 2018

ISBN: 978-3492058377

Autonomer Individualverkehr und Pflege-Roboter, softwaregesteuerte Kundenkorrespondenz und Social Media, Big-Data-Ökonomie und Clever-Bots, Industrie 4.0: Die Digitalisierung hat gewaltige ökonomische, aber auch kulturelle und ethische Wirkungen. In Form eines Brückenschlags zwischen Philosophie und Science-Fiction entwickelt dieses Buch die philosophischen Grundlagen eines Digitalen Humanismus, für den die Unterscheidung zwischen menschlichem Denken, Empfinden und Handeln einerseits und softwaregesteuerten, algorithmischen Prozessen andererseits zentral ist. Eine Alternative zur Silicon-Valley-Ideologie, für die künstliche Intelligenz zum Religionsersatz zu werden droht.

Structural Rationality and Other Essays on Practical Reason

BuchcoverSpringer; Mai 2019

ISBN: 978-3-319-95507-0

In this book, the author shows that it is necessary to enrich the conceptual frame of the theory of rational choice beyond consequentialism. He argues that consequentialism as a general theory of rational action fails and that this does not force us into the dichotomy teleology vs deontology. The unity of practical reason can be saved without consequentialism. In the process, he presents insightful criticism of standard models of action and rational choice. This will help readers discover a new perspective on the theory of rationality.
The approach is radical: It transcends the reductive narrowness of instrumental rationality without denying its practical impact. Actions do exist that are outlined in accordance to utility maximizing or even self-interest maximizing. Yet, not all actions are to be understood in these terms. Actions oriented around social roles, for example, cannot count as irrational only because there is no known underlying maximizing heuristic.
The concept of bounded rationality tries to embed instrumental rationality into a form of life to highlight limits of our cognitive capabilities and selective perceptions. However, the agent is still left within the realm of cost-benefit-reasoning. The idea of social preferences or meta-preferences cannot encompass the plurality of human actions. According to the author they ignore the plurality of reasons that drive agency. Hence, they coerce agency in fitting into a theory that undermines humanity. His theory of structural rationality acknowledges lifeworld patterns of interaction and meaning.

Über Grenzen denken. Eine Ethik der Migration

edition Körber-Stiftung, März 2017
ISBN: 978-3-89684-195-7

Über zwei Milliarden Menschen leben weltweit in bitterster Armut, leiden unter Hoffnungslosigkeit, Hunger, Unterdrückung und Krieg. Über 65 Millionen von ihnen waren allein im letzten Jahr auf der Flucht, viele Menschen weltweit erhoffen sich ein besseres Leben in Europa oder Nordamerika. Hilfe tut also dringend not – aber sind offene Grenzen die richtige Antwort auf das Elend in der Welt?

Diese Ansicht findet viele Fürsprecher, doch der Philosoph Julian Nida-Rümelin ist überzeugt: Offene Grenzen würden das Elend nicht wesentlich mildern, sondern die Herkunftsregionen sogar weiter schwächen und die sozialen Konflikte in den aufnehmenden Ländern verschärfen. Eine Lösung für die beschämenden humanitären Skandale unserer Zeit sind sie nicht.

In seinem neuen Buch entwickelt Nida-Rümelin eine eigene Ethik der Migration, die eine Brücke zwischen Philosophie und Politik schlägt. Sein Buch macht klar: Politisches Handeln muss auf den Werten und Normen der Humanität beruhen. Nur so können verantwortungsbewusste und zukunftsträchtige Entscheidungen getroffen werden. Gerade weil solche Entscheidungen in der Migrationspolitik komplex sind und Dilemmata unvermeidlich, brauchen wir die Verfasstheit in Staaten: Die politischen Gestaltungsspielräume, die sie bieten, sind unverzichtbar.
Denn ob es uns gelingt, die weltweite Armut und Perspektivlosigkeit in den Ursprungsregionen wirksam zu bekämpfen, wird zum Lackmustest unserer Menschlichkeit.